
Foto Eric Perez
Licht entzieht sich einer rein mechanistischen Erklärung
Einer der ersten Wissenschaftler, der Licht systematisch wissenschaftlich untersuchte, war Isaac Newton (1643–1727). Im Jahr 1666 machte er auf einem Markt in Woolsthorpe eine spontane, doch folgenreiche Beobachtung eines Glasprisma. Der britische Naturforscher fragte sich, warum beim Eintritt des Lichts keine Veränderung sichtbar ist, beim Austritt jedoch das gesamte Farbspektrum des Regenbogens erscheint. Werden diese Farben mithilfe eines zweiten Prismas erneut gebündelt, entsteht wiederum weisses Licht.
Zur damaligen Zeit ging man davon aus, dass das Prisma dem Licht die Farben hinzufüge. Newton widersprach jedoch dieser Annahme und entwickelte die Theorie, dass weisses Licht bereits alle Farben enthalte. Er postulierte, Licht bestehe aus kleinsten Teilchen, sogenannten Korpuskeln. Diese Teilchentheorie vermochte allerdings nicht alle optischen Phänomene zufriedenstellend erklären.
Licht hat Teilchen- und Wellencharakter
Als Gegenthese präsentierte der niederländische Astronom, Physiker und Mathematiker Christiaan Huygens (1629–1695) eine Wellentheorie des Lichts. Diese fand zunächst kaum Beachtung. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts griff der britische Universalgelehrte Thomas Young (1773–1829) Huygens’ Ansatz auf und konnte mithilfe von Interferenzexperimenten die Farben des Lichtspektrums überzeugend als Wellenphänomen beschreiben.
Youngs Erkenntnisse führten zu heftigen Kontroversen, da sie Newtons Teilchentheorie infrage stellten. Erst mit zunehmender Forschung setzte sich die Erkenntnis durch, dass alle drei Wissenschaftler recht hatten: Licht besitzt sowohl Teilchen- als auch Wellencharakter – ein zentrales Prinzip der modernen Physik.
Energieübertragung erfolgt päckchenweise
Einen entscheidenden Durchbruch erzielte der Nobelpreisträger Max Planck (1858–1947). Er wies nach, dass Energie auf atomarer Ebene nicht kontinuierlich, sondern in diskreten, unteilbaren Einheiten übertragen wird. Diese Entdeckung markierte den Beginn der Quantentheorie.
Einer der ersten, der die Tragweite dieser Erkenntnis verstand, war Albert Einstein (1879–1955). Während seiner Tätigkeit im Berner Patentamt kam er 1905 zu dem Schluss, dass Licht aus voneinander unabhängigen Energiequanten bestehe. Für seine Erklärung des photoelektrischen Effekts erhielt er später den Nobelpreis – also nicht für die Relativitätstheorie, sondern für seine Arbeiten zum Licht.
Photon: unzähmbar eigenwilliger Charakter
Der US-amerikanische Chemiker Gilbert Lewis (1875–1946) prägte 1926 schliesslich den Begriff Photon für das kleinste bekannte Lichtquant. Photonen transportieren elektromagnetische Energie in Form von Paketen und bewegen sich im Bereich des sichtbaren Lichts. Dabei verlieren sie selbst keine Energie – auch wenn die Lichtintensität mit zunehmender Entfernung abnimmt. Photonen sind daher nicht mit Licht gleichzusetzen, sondern stellen dessen elementare Energieüberträger dar.
Photonen entstehen innerhalb der Atomhülle und besitzen aussergewöhnliche Eigenschaften: Sie sind masselos, kennen keinen Ruhezustand und bewegen sich stets mit Lichtgeschwindigkeit. Begriffe wie Ort und Zeit verlieren auf dieser Ebene ihre klassische Bedeutung. Zudem folgt ihr Verhalten nicht festen Bahnen. Der deutsche Quantenoptiker Benjamin Brecht bringt es auf den Punkt: «Der Welt der Photonen können Sie sich nur mit statistischer Wahrscheinlichkeit nähern – Ereignisse sind grundsätzlich nicht vorhersehbar.»
Die Erforschung des Lichts hat das lange vorherrschende wissenschaftliche Weltbild erschüttert, wonach alles berechenbar, messbar und reproduzierbar sei. Trotz jahrhundertelanger Forschung bleibt Licht bis heute ein rätselhaftes Naturphänomen, das sich weder vollständig erklären noch abschliessend verstehen lässt.
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