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Nach drei Monaten in Südostasien wuchs das Bedürfnis, die überwältigende Fremde zu verlassen. Dies angefüllt mit nachhaltigen Eindrücken.
Mein inniger Wunsch war es in jungen Jahren, die Welt zu entdecken. Und so reiste ich drei Monate durch Thailand, Malaysia und Singapur. Folgende Aspekte haben mich nachhaltig beeindruckt.
Besitz ist nicht gleich Glück
Ich war mit einer Reisetasche unterwegs, hatte wenig Kleider, Notwendiges für Körperpflege, Notfallapotheke, Bücher und Stifte dabei. Ich empfand es als befreiend festzustellen, dass wenig ausreichend sein kann.
Auch viele Einheimische machten den Eindruck, dass sie mit einem Dach über dem Kopf und etwas Einkommen ziemlich zufrieden waren, ihren Alltag geruhsamer als in Europa gestalteten, sich weniger leisten konnten, aber auch weniger leisten mussten.
Mich schockierte in Thailand, dass die vermeintliche Idylle eines einfachen Lebens teils einem Trugbild entsprach. Der Druck auf Frauen, das Einkommen für ganze Familienclans zu generieren, ist enorm – und die Selbstverständlichkeit beschämend, mit der das Land ihre Frauen als Touristenattraktion auf den Markt wirft. Mehr noch schockierte mich ihre Kundschaft: die Unverfrorenheit westlicher Männer, mit der sie sich weibliche Körper kaufen und sich obendrauf als Wohltäter aufspielen. Thailand ist ein Land, das ich aufgrund dessen von meiner Reiseliste gestrichen habe.
Vielfalt als Bereicherung
In Malaysia imponierte mir die Vielfalt der Ethnien und Kulturen. Als Schweizerin bin ich an unterschiedliche Landessprachen gewohnt, aber anfangs der 80-er Jahre musste man noch genau hinschauen, um wesentliche kulturelle Unterschiede festzustellen. Malaysia hingegen machte aufgrund der Physiognomie, der Kleidung, des gelebten Alltags der Bewohner deutlich, dass Menschen von sehr unterschiedlicher Herkunft friedlich mit- und nebeneinander leben können und die kulturelle Vielfalt nicht Bedrohung, sondern Bereicherung ist.
Wirtschaftliches Denken und Handeln
In Singapur war ich beeindruckt vom spürbaren Ehrgeiz, aus einer Ansammlung von Altstadthäusern eine Weltstadt zu kreieren. Gleichzeitig schüchterte mich die Atmosphäre ein. Mein Partner zahlte (aus heutiger Sicht zurecht) eine hohe Busse für eine weggeworfene Kippe. Als wir mangels Sitzgelegenheiten zum Ausruhen auf den Treppenstufen vor einem Gebäude Platz nahmen, näherte sich Polizisten. An das Verbot, sich in der Öffentlichkeit zu küssen, hielten wir uns etwas eingeschüchtert, aber auch beeindruckt, dass straffe Organisation und strategisch durchdachte wirtschaftliche Ziele nicht nur im Westen ein Thema sind.
Weiter nach Indonesien oder Australien?
Insgesamt überforderte mich gelegentlich der im Vergleich zu Europa viel weitere Lebensrahmen: Allein die Vielfalt der Düfte von lieblich bis abstossend, die Geschmäcker von schmeichelnd bis brennend scharf, die ökonomische Breite, sichtbar gemacht unter anderem durch das Spektrum von einfachsten Hütten bis Luxusvillen.
Es stellte sich die Frage, wohin die Reise von Singapur aus weiterführt? Es war an der Zeit, wieder eher vertraute Gefilde, beziehungsweise Kultur zu betreten: Perth in Australien.
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