
KI gibt eine Idee von der Szene am See.
Wie 90 Minuten tägliches Mantra-Singen mein Naturerleben und meine Erdung verändert haben
Während 41 Tagen habe ich täglich knapp 1.5 Stunden mit Mantra-Singen verbracht. Die Intension des Mantras ist die Stärkung der tiefen Verbundenheit zum Planet Erde.
Das Mantra stammt aus dem Ashram des indischen Meisters Sri Kaleshwar (1973–2012). Vermittelt wurde mir das Mantra von Daniela Wolf, die es vor Ort im südindischen Ashram gelernt hat.
Drei überwältigende Naturerlebnisse
Innerhalb der 41-Tage-Challenge wurde ich mit Momenten in der Natur beschenkt, die mich völlig vereinnahmten und tief in meiner Erinnerung verankert bleiben. Scherzhaft diese intensiven Erlebnisse meine «LSD-Tripps» – obwohl ich keinerlei Substanzen konsumiert hatte. Die Schärfung der Sinne entstand rein durch die tägliche Praxis.
1. Das Regenbogen-Glitzern am Waldrand
Nach einer regnerischen Nacht spazierte ich am Waldrand bergauf. Die Bäume und Pflanzen auf der Weide waren übersäht von kristallin glitzernden Wasserperlen. Die ganze Erde schillerte im Licht in allen Regenbogenfarben.
Natürlich habe ich schon oft nach dem Regen Wasserperlen bewundert. Doch nie zuvor hatten sie sich mir in einer solch einzigartigen Schönheit, Anmut und Leuchtkraft präsentiert.
2. Das Blütenmeer auf dem See
An einem Abend begab ich mich zum Schwimmen an den See. Entgegen meiner Gewohnheit, sofort ins Wasser zu steigen, gönnte ich mir zuerst eine Kleinigkeit zu Essen. Am Nachbarstisch bemerkte ich einen Bekannten und wir kamen ins Gespräch. So fügte es sich, dass ich erst kurz vor 21 Uhr zum Schwimmen ging.
Die Sonne neigte sich dem Horizont zu. Während ich ins Wasser stieg, löste der sanft aufkommende Wind unzählige weisse Blüten von den Bäumen des Nachbarsgrundstücks. Sie segelten wie Schnee auf den See und breiteten sich auf der Wasseroberfläche aus. Gleichzeit spiegelte sich das warme Sonnenlicht orange in den tanzenden Wellen, während das Bergpanorama tiefschwarz aus der Ferne grüsste. Die unvergessliche Szenerie war voller Magie.
3. Der Besuch vom Frosch in der Mittsommernacht
Es war an der Zeit, das keltische Jahreskreisfest Litha (die Sommersonnwende) mit Freundinnen zu feiern. Seit Jahren hatten sie mich gestichelt, doch auch mal die Nacht draussen im Wald zu schlafen. Jetzt passte das perfekt zu meinem Vorsatz, mich intensiver zu erden.
Irgendwann dämmerte ich nahe dem Bach im Schlafsack auf der Yogamatte ein. Später weckte mich das Gefühl, dass etwas auf meiner Stirne sass. Instinktiv berührte ich die Stirn, was Bewegung auslöste. Vom Rücken auf dem Bauch gedreht, sah ich im fahlen Sternenlicht einen Frosch davon hüpfen. Ich kugelte mich vor Lachen und hoffte, dass mich der Frosch zumindest der Frosch zumindest geküsst hatte.
Später las ich, dass das Krafttier Frosch als Symbol für Heilung und Transformation steht. Danke für diesen Besuch.
Meine Erkenntnisse beim Rezitieren und Mantra-Singen
Während der 90-minütigen täglichen Praxis fielen mir einige spannende mentale und körperliche Prozesse auf:
- Die Mala als Orientierung: Eine Mala (traditionelle Gebetskette mit 108 Perlen, ähnlich einem Rosenkranz) gibt die Anzahl der Wiederholungen vor. Das war enorm hilfreich, auch wenn mich die Ungeduld packte, und ich mit einem Blick sehen konnte, wo ich stand.
- Vom Auswendiglernen zum Automatismus Rund 10 Tage dauerte es, bis ich das Mantra mit voller Konzentration fehlerfrei auswendig rezitieren konnte. Nach etwa 30 Tagen saß es so tief im Unterbewusstsein, dass es sich beim Schwimmen oder Radfahren ganz automatisch im Kopf melodisch wiederholte.
- Chakren & Körperschwingung: Manchmal kombinierte ich das Singen mit der Ausrichtung der Vibration auf einzelne Chakren oder begleite die Klänge mit feinen, wiegenden Bewegungen des Oberkörpers.
- Melodiöse altindische Sprache: Ich schätzte die melodische Klangfolge der Wörter sehr. Auch wenn es einige Zeit brauchte, bis ich die Silben geschmeidig formulieren konnte. Verfasst wurde das Mantra in Telugu (drawidische Sprache Südindiens).
- Die Tonspuren im Kopf austricksen: Während des Rezitierens nahm ich oft zwei «Tonspuren» im Kopf wahr: Die eine sang das Mantra, die andere plapperte Alltagsdinge dazwischen. Deshalb besetzte ich die zweite «Tonspur» bewusst mit einem Leitsatz auf Deutsch wie «Ich verbinde mich mit Mutter Erde». Dadurch war mein Verstand gut ausgelastet und gedankliche Ausreisser wurden minimiert.
- Gefühlswelt während der Challenge: Emotional war es ein ständiges Auf und Ab. Mal war ich hoch motiviert, mal empfand ich es als zäh und mühselig. Mal war die Konzentration glasklar, mal überwog die Ablenkung. Oft machte es Freude. Manchmal war ich froh, als die 1,5 Stunden vorbei waren – unter dem Strich war es eine bereichernde Erfahrung.
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