Gayatri zählt zu den populärsten Mantras in Indien.
Will das Gedankenkarussell in deinem Kopf nicht stoppen? Mantras sind ein uraltes Werkzeug, das den Geist beruhigt und wie ein Anker für den Zustand des Seins wirkt.
Ihren Ursprung haben Mantras in den alten vedischen Schriften Indiens. Das Wort Mantra stammt aus dem Sanskrit und setzt sich aus manas (Geist) und tra (Werkzeug oder Schutz) zusammen. Ein Mantra ist also im wahrsten Sinne des Wortes ein «Werkzeug für den Geist».
Bis heute sind Mantras das schlagende Herz im Hinduismus, Buddhismus und Yoga. Weltweitentdecken immer mehr Menschen die Kraft der Mantras.
Die Laute sind seit Jahrtausenden verankert
Es gibt Mantras für jedes Bedürfnis, und man kann sich auch selbst ein passendes Mantra kreieren, zum Beispiel: «Ich bin geschützt und glücklich.» Bette dein persönliches Mantra in eine Melodie ein.
Traditionelle Mantras setzen sich oft aus Lauten zusammen, die über Generationen hinweg weitergegeben werden – deren Bedeutung jedoch nicht immer wörtlich genau übersetzbar ist. Eine heilige Silbe, ein Wort oder ein ganzer Satz entfalten die Wirkung durch stetiges, rhythmisches Wiederholen – ob gesungen, geflüstert oder still im Herzen rezitiert.
Auch Glaubensrichtungen ausserhalb ausserhalb Asiens kennen das repetitive Rezitieren.
Im asiatischen Raum sind insbesondere die folgenden Sanskrit-Silben weit verbreitet:
OM (ॐ) repräsentiert den Urklang des Universums und steht für das Universelle, Unvergängliche und Unbeschreibliche. Die heilige Silbe setzt sich aus den drei Lauten A-U-M zusammen und symbolisiert die Trinität von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beziehungsweise die hinduistische Göttertrias Brahma, Vishnu und Shiva. OM unterstützt die Rückkehr zur Quelle des Seins, wo wir noch frei von prägenden Erlebnissen sind. Oft wird die Silbe als Auftakt zu einem längeren Mantra verwendet.
So-Ham (सोऽहम्) bedeutet «Ich bin Das». So steht für das Universum, die kosmische Energie, das Göttliche oder die absolute Realität, Ham für das Ich. Das Mantra drückt die philosophische Kernidee aus, dass das individuelle Bewusstsein nicht vom kosmischen Bewusstsein getrennt ist. Rezitiert wird es oft während Atemübungen.
Die Kraft der Schwingung
Spannend ist: Bei einem Mantra geht es gar nicht so sehr darum, die Worte intellektuell zu verstehen. Viel wichtiger ist die Erfahrung des Klangs. Im Hinduismus gelten Mantras als Klangschwingungen, die die göttliche Urkraft (Shakti) direkt in uns aktivieren. Weil diese Schwingung so essenziell ist, werden Mantras auch heute noch meist in der Ursprungssprache Sanskrit rezitiert. So bedeutet der Ausdruck Nada Brahma: «Die Welt ist Klang. Alles ist Schwingung.»
Die Wirkung von Mantras
Die rhythmische Wiederholung eines Mantras kann sich positiv auf die Gehirnaktivität und das Wohlbefinden auswirken:
- Abbau von Stress
- Harmonisierung des vegetativen Nervensystems
- Förderung von Konzentration und Fokus
- Emotionale Ausgeglichenheit
- Unterstützung bei der Ausrichtung auf persönliche Ziele und Absichten
- Gefühl von Verbundenheit mit dem Sein
So startest du deine eigene Mantra-Praxis
Das Schöne ist: Du brauchst keinerlei Vorkenntnisse, um die Magie der Mantras für dich zu entdecken. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Du kannst dein Mantra singen, sprechen oder einfach in Gedanken mitwandern lassen.
Traditionell wird ein Mantra oft 108-mal wiederholt – dabei hilft eine sogenannte Mala (Mantrakette). Du kannst aber auch kurze alltägliche Momente nutzen, beispielsweise während du auf den Bus oder im Kaufhaus vor der Kasse wartest. Statt ungeduldig auf dem Smartphone herumzutippen, einfach bewusst atmen: So-Ham.
Welches Mantra nimmst du mit in deinen Tag?
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